EU-Kommission schnürt 750-Milliarden-Euro-Hilfspaket

  • 14. Juli 2020
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In Europa ist durch die Corona-Pandemie die Wirtschaft schlechter geworden. Deshalb will  die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Ein 750 Milliarden Euro Hilfspaket solle für den wirtschaftlichen Aufschwung in Europa Europas zur Verfügung gestellt werden.

Davon sollen 500 Milliarden Euro Zuwendungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen und 250 Milliarden Euro Kredite sein, die mit Zinsen zurückgezahlt werden müssen.

Von den 500 Mrd Zuwendungen sollen Italien und Spanien, die von Corona besonders schlimm betroffen snd, über 300 Mrd. bekommen.

Woher kommt das Geld?

Alle Banken, private und staatliche Unternehmen, Privatpersonen der Länder in Europa zahlen jedes Jahr  Geld in den „Kapitalmarkt“ ein (Börse). Das Geld ist langfristig angelegt. Dieses Geld soll die EU leihen und für die  Wirtschaft nach Corona verteilen. Alle europäischen Staaten sollen dann in 10,  20, 30 oder mehr Jahren das Geld zurückzahlen.

Von  der Leyen sagt, dass die Corona-Krise eine hohe Investition erfordert, damit sich die Wirtschaft in Europa wieder erholt. Sie schlägt vor, für 2021-2027 soll die EU einen Finanzrahmen von 1 Billion Euro haben.

Finanzrahmen: Der Finanzrahmen legt fest, wieviel Geld die EU darin einem Jahr für bestimmte Bereiche max. ausgeben darf. Der Finanzrahmen wird alle 7 Jahre neu entschieden. Darum schlägt von der Leyen für 2021-2027 einen Finanzrahmen von 1 Billion Euro vor.

Die 27 EU-Staaten müssen darüber beraten und über den Finanzrahmen und das Hilfspaket einstimmig zustimmen.

Durch die Corona-Krise ist Europa in einer schweren wirtschaftlichen Rezession. So schlimm war es bisher noch nie. Experten haben ausgerechnet, dass die Wirtschaft in Europa durch Corona dieses Jahr um 7,4 % schrumpfen wird.

Vor Von der Leyens Vorschlag haben die EU-Länder schon 540  Mrd Euro Kredithilfen zur Verfügung gestellt.  Das Geld soll besonders schlimm betroffenen Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland helfen.

Wenn alle EU Mitgliedsstaaten zustimmen, kommt das Hilfspaket dazu.

Der Unterschied zwischen 540 Mrd Kredithilfe und 750 Mrd Hilfspaket ist: Die Kredithilfe muss von den Ländern, die das Geld in Anspruch genommen haben, mit Zinsen zurückzahlen. Hilfspaket: ALLE europäischen Mitgliedsstaaten zahlen die Zuwendungen gemeinsam zurück. Österreich, Niederlande, Schweden und Dänemark  sind dagegen. Sie wollen nicht, dass das Geld als Zuwendungen vergeben wird, sie wollen, dass es als Kredite gegeben wird, die die Länder wieder zurückzahlen müssen.

Die EU- Mitgliedsstaaten schauen genau auf Deutschland. Deutschland ist die stärkste Volkswirtschaft in Europa und zahlt am Meisen Geld in die EU ein. Dazu kommt, dass seit 1.7. Deutschland den Vorsitz über die EU- Länder hat (der Vorsitz wechselt alle 6 Monate). Das heißt, Angela Merkel ist wichtig für die Bewältigung der Corona-Krise und alles schauen was sie macht.

(Quelle: https://www.net-gest.de/eu750milliarden/)

Unterstützung für gehörlose Senioren

  • 7. Juli 2020
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Liebe Mitglieder der Gehörlosen-Stadtverbände,

Die Corona-Pandemie stellt uns alle momentan vor große Herausforderungen. Viele Menschen können ihrer Arbeit nicht nachgehen, Kinder können keine Schulen oder Kindergärten besuchen und müssen zuhause betreut und unterrichtet werden und wir können unsere Liebsten nicht besuchen.

Die älteren Menschen in unserer Gesellschaft trifft es aber noch schlimmer. Viele Senioren leben alleine und sind durch die Isolation von Vereinsamung bedroht. Häufig sind für Senioren die Besuche von Verwandten und Freunden die einzigen Kontaktmöglichkeiten nach außen gewesen. Besonders schlimm ist es derzeit für ältere Menschen, die sich mit moderner Technik nicht auskennen und denen Videochats über Skype oder Ähnliches nicht möglich sind. Für sie bedeutet die momentane Krise, dass sie keine Möglichkeit zur Kommunikation haben. Das macht es für sie schwierig, um Hilfe und Unterstützung zu bitten und auch die psychische Gesundheit ist gefährdet, wenn Kontakte nach außen nicht möglich sind. Wir möchten nicht, dass gehörlose Senioren als Teil unserer Gemeinschaft vergessen werden.

Wir haben als Netzwerk verschiedene Lösungsmöglichkeiten diskutiert um mit diesem großen Problem umzugehen. Aktion Mensch hat seit kurzem eine Corona-Soforthilfe eingerichtet und wir haben als Netzwerk genau für solche Fälle einen Förderantrag eingereicht. Wir möchten ältere Menschen unterstützen, indem wir Tablets/I-Pads anschaffen und sie mit den nötigsten Funktionen wie Videotelefonie und Notruf-App ausstatten. Um dabei Kosten zu sparen, möchten wir gebrauchte Tablets oder vergünstigte Auslaufmodelle kaufen. Diese sollen dann Senioren bekommen, die keine eigenen Geräte und Möglichkeiten zum Videochatten haben.

Um zu ermitteln, wo solche Geräte momentan am dringendsten gebraucht werden, brauchen wir jetzt eure Hilfe! Als Vorstände, Mitglieder oder Leiter/-innen von Selbsthilfe oder Seniorengruppen kennt ihr eure Mitglieder selbst am besten. Wisst ihr von älteren Menschen, die momentan alleine zuhause isoliert sind und die diese Unterstützung dringend bräuchten? Dann lasst uns das bitte wissen und wir tun unser Möglichstes um ein Gerät für diese Personen zu besorgen.

Da wir nur eine begrenzte Stückzahl finanzieren können ist es wichtig, nur Personen dabei zu berücksichtigen, die diese Unterstützung wirklich dringend brauchen. Wir warten momentan auf die Bewilligung des Geldes von Aktion Mensch, aber voraussichtlich können wir erstmal nur 1000€ in Tablets investieren. Um diese Unterstützung aber noch mehr Menschen anbieten zu können bitten wir euch, bei euren Städten, Gemeinden oder Behindertenbeiräten auch um finanzielle Hilfe zu bitten. Unten findet ihr ein Beispiel für ein Anschreiben, das ihr gerne für eure Anfrage anpassen und umändern könnt.

Zum Schluss möchten wir aber auch an euch persönlich appellieren: Vergesst die älteren Gehörlosen in eurem Umfeld nicht! Diese Zeit ist für sie besonders hart und sicher freuen sich alle Großeltern und älteren Bekannten auch mal wieder über einen Videoanruf, ein Fax oder einen Brief.

Viele Grüße, bleibt Gesund!

 

Euer Netzwerk der Gehörlosen-Stadtverbände

Brief-Soforthilfe-StädteGemeinde-1 Download als PDF (Brief-Soforthilfe-StädteGemeinde)

(Quelle: https://www.eb-gs.eu/ oder https://www.net-gest.de/ )

Aktionstag 5. Mai

  • 9. Mai 2020
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Liebe taube Mitbürger*innen,

liebe Mitglieder der Stadtverbände, Selbsthilfeverbände und Fördervereine,

liebe Fördermitglieder und Neuinteressent*innen,

Heute ist der 5. Mai, traditionell alljährlich ein Europäischer Aktionstag. In diesem Jahr sind aufgrund von Kontaktsperren und Verbot von Menschenansammlungen keine Präsenzveranstaltung am Ort möglich.

Warum?

Jedes Jahr motivieren viele Organisationen in Europa zum 5. Mai Aktivist*innen, ob jung oder alt, sich vor Ort zu beteiligen und sich für eine inklusive Zukunft einzusetzen.

Das Ziel des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist es, auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam zu machen. Aktivist*innen setzen sich dafür ein, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können.

Gemeinsam sensibilisieren wir für das Thema Inklusion und machen auf bestehende Missstände aufmerksam und das jedes Jahr wieder. Die Aktion Mensch unterstützt uns dabei mit den Aktions-Fördermitteln.

Wir möchten dazu auffordern, trotz der Ausbremsung durch Kontakteinschränkung, den 5. Mai als Protesttag zu begehen und ihn in dieser herausfordernden Zeit neu zu denken!

Du vermisst jetzt eine Demo, einen Info-Stand oder eine Podiumsdiskussion für den 5. Mai, der vorher geplant war und nun ist alles abgesagt? Jetzt heißt es: umdenken! Denn einige Aktionsideen können auch online umgesetzt werden. Zum Beispiel könntet ihr eigene Videobeiträge in Gebärdensprache aufnehmen und Interviews oder Erzählungen aus eurer Lebenssituation im Kontext „ZUHAUSE BLEIBEN“ teilen.

Eine weitere Protestmöglichkeit ist eine Videodiskussion.

Du kannst die Videokonferenz wie eine Podiumsdiskussion organisieren. Frag zum Beispiel vier Personen zum Thema „Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“ an. Bitte sie, an deiner Videokonferenz teilzunehmen und mitzudiskutieren. Du könntest die Moderation übernehmen. (Ist jemand unsicher, ob er die richtige Technik zur Verfügung hat, teste die Technik vorab mit der jeweiligen Person.)

Während der internen Diskussion nimmst du ein Video auf, das du später auf deiner Webseite, bei Facebook oder auf Instagram teilen kannst. Dann erfahren auch viele andere Menschen vom Protest zum 5. Mai. Du kannst dein Video auch erst einmal ganz in Ruhe aufnehmen, vielleicht auch schneiden und dann erst veröffentlichen. Es gibt drei einfache Möglichkeiten:

Hier findest du ein paar grundlegende Infos, Tipps und Tricks.

  • Ein fast persönliches Team-Treffen
    Du kannst dich mit Deinem Team per Videochat in Gebärdensprache unterhalten. Der Vorteil dabei ist, dass du dein Team auch sehen kann. Das ist zwar nicht das gleiche, wie wenn man sich persönlich trifft, aber es ist trotz der Ferne ähnlich.
  • Integrierte Aufnahmefunktion
    Beim Smartphone gibt es (meistens) eine Videoaufnahmefunktion. Du findest sie im Foto-Menü. Viele Laptops oder Tablets haben auch eine Aufnahmefunktion, du findest sie meist im Foto-Menü. Nachdem du auf den Aufnahme-Knopf gedrückt hast, geht es sofort los.
  • Kamera im Tablets oder Ipad 
    Hat dein Computer, Laptop oder Tablet eine Kamera mit Aufnahmefunktion, gibt es dafür natürlich auch Programme. Die sind meistens nicht ganz so leicht zu bedienen. Mit etwas Zeit und nachdem du ein paar Anleitungen gelesen und Erklärvideos gesehen hast ist es gar nicht mehr so schwierig.
  • Fotokamera mit Videoaufnahme-Funktion
    Es gibt auch die Möglichkeit mit einer Fotokamera Videos aufzunehmen, wenn dein Computer keine Kamera und kein Mikrofon hat. Sende die Interview- und Diskussionsfilme an unser Netzwerk – Wir sammeln die Videos und veröffentlichen sie auf unserer „DIALOG-Seite“

Keine Angst, wenn nicht alles sofort funktioniert! Egal ob du deinen ersten Livestream, eine Videokonferenz oder Podcast produzierst – es muss nicht alles perfekt sein.

Im Herbst 2020 versuchen wir uns an einem neuen geeigneten Termin zum Aktionstag zusammen mit dem Gehörlosen-Städtetag in Ingolstadt endlich zu treffen und eine Podiumsdiskussion mit Politiker*innen zu arrangieren.

Wir zeigen dann auch eure Erzählvideos und Bilder über die Situationen der gehörlosen Mitbürger*innen. Dann soll es um Themen wie verschiedenste Handikaps in dieser Zeit, Zwangsisolation und „Zuhausebleiben“, eine Auswertung über das Informationsspektrum von Land- und Bundestag, familiäres Zusammen und die Isolation von Alleinlebenden und Senioren gehen.

Bis dahin, bleibt gesund und lasst und den Protesttag zum 5. Mai heute mal anders begehen!

Rudi Sailer

 

(Quelle: https://www.eb-gs.eu/ oder  https://www.net-gest.de/ )

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